Färben und Bleichen in der Waschmaschine – so bekommt die Kleidung einen neuen Look

Der Kleidung neue Farbe verleihen: Das lohnt sich aus vielen Gründen. Bunte Textilien können im Laufe der Zeit verblassen. Dann ist es eine gute Idee, die Farben mit einem Färbemittel aufzufrischen. Helle Kleidung entwickelt häufig einen Grauschleier. Auch hartnäckige Flecken können sich darauf festsetzen. Damit Kleidung wieder in frischem Weiss erstrahlt, ist ein Bleichvorgang hilfreich. Es muss aber nicht an optischen Mängeln liegen, wenn Kleidung umgefärbt oder gebleicht werden soll. Dahinter kann auch die kreative Lust stecken, Kleidungsstücke farblich umzugestalten. In der Regel ist das Färben unkompliziert. Im Handel lassen sich viele Textilfarben für den perfekten Einsatz in der Waschmaschine kaufen. Auch Bleichvorgänge sind meistens unkompliziert und mithilfe von Waschmaschinen umsetzbar. Einige Punkte sind dabei aber zu beachten. Wie das Färben oder Bleichen mit der Waschmaschine am besten gelingt, zeigen wir hier.

Textilien in der Waschmaschine färben

Um Kleidung zu färben, sind drei einzelne Schritte notwendig. Zunächst ist die Kleidung zu begutachten, die eingefärbt werden soll. An ihr entscheidet sich, welche Farbveränderungen möglich sind. Zweitens muss die Kleidung vorbereitet werden. Drittens sind die passenden Textilfarben und eventuellen Zusatzstoffe zu wählen. Erst dann sollte der Färbevorgang in der Waschmaschine erfolgen.

Schritt 1: Die Begutachtung der Kleidung

Welche Farbveränderungen an der Kleidung vorgenommen werden können, entscheidet sich zunächst an der Ausgangsfarbe. Beim Färben gilt die Grundregel «von hell zu dunkel». Das bedeutet: Je heller die Kleidung ist, umso mehr farbliche Veränderungsmöglichkeiten gibt es. Dunkle Kleidung kann durch Färben nicht heller werden.

Dabei ist zusätzlich zu beachten, dass sich die Ausgangsfarbe mit dem Färbemittel optisch vermischt. Soll beispielsweise eine rote Hose blau gefärbt werden, wird sie stattdessen einen violetten Farbton erhalten. Nur weisse Kleidung kann genau die Farbe annehmen, die auf der Packung des Färbemittels angezeigt wird. Wichtig ist ebenfalls, dass Nähte aus Polyestergarn und Reissverschlüsse für das Färben unempfindlich sind. Um beim Beispiel der roten Hose zu bleiben: Möglicherweise erscheint sie nach dem Färbevorgang violett mit roten Nähten und einem roten Reissverschluss. Aus welchem Material die Nähte bestehen und welche Ausgangsfarbe ein Reissverschluss hat, sollte deshalb genau geprüft werden. Sonst kann das Ergebnis eventuell frustrierend sein.

Ebenfalls ist es kaum möglich, bestehende Muster auf der Kleidung durch das Färben zu verdecken. Die Musterstruktur wird in den meisten Fällen sichtbar bleiben. Allerdings gewinnt die Musterung durch die Farbveränderung ein völlig neues Aussehen. Auch hier sollten die Ausgangsfarben des Musters wegen der Farbvermischung mit dem Färbemittel beachtet werden.

Zu guter Letzt gilt, dass sich rein synthetische Kleidung (z. B. 100 % Polyester) sowie Outdoor-Textilien aus Goretex und Sympatex nicht färben lassen. Die ideale Voraussetzung zum Farbwechsel bietet weisse Baumwollkleidung mit Baumwollnähten, helles Leinen oder Seide.

Die wichtigsten Regeln für die Kleidungsauswahl beim Färben noch einmal zusammengefasst:

  • Ausgangsfarbe der Kleidung beachten, Färbung von hell zu dunkel.
  • Ausgangsfarbe und Färbemittel vermischen sich.
  • Reissverschlüsse und Nähte aus synthetischen Garnen lassen sich nicht färben.
  • Musterstrukturen auf der Kleidung bleiben meistens sichtbar.
  • Kleidung aus Synthetik, Sympatex und Goretex kann nicht gefärbt werden.
  • Beste Voraussetzungen zum Färben: weisse/helle Kleidung aus Naturmaterialien (Baumwolle, Seide, Leinen usw.).

Schritt 2: Die Textilien zum Färben vorbereiten

Es können nur saubere, fleckenfreie Wäschestücke gefärbt werden. Staub- und Schmutzpartikel in den Fasern beeinträchtigen das Ergebnis. Alle ausgewählten Kleidungsstücke sollten also vorab noch einmal im Waschturm gewaschen und getrocknet werden. Alternativ kann die Wäsche auch in der Waschmaschine gewaschen und anschliessend an der frischen Luft getrocknet werden. Wenn es sich um neu gekaufte Kleidungsstücke handelt, müssen sie mindestens drei Waschgänge hinter sich haben. Sonst kann das Farbergebnis nachteilig ausfallen.

Wichtig ist, dass die Wäsche zunächst nicht nass sein darf. Für die passende Menge Färbemittel muss das Gewicht der trockenen Kleidung bekannt sein. Deshalb müssen die Kleidungsstücke zunächst im Wäschetrockner getrocknet werden. Danach wird per Waage ihr Gewicht gemessen. Erst direkt vor dem Färbevorgang wird die Kleidung erneut angefeuchtet und in diesem Zustand in die Waschtrommel gelegt. Sie nimmt in feuchtem Zustand die Textilfarbe leichter an. Der Grund: Das Waschprogramm muss nicht erst die Textilen durchweichen, die Farbe kann deshalb längere Zeit in die Kleiderfasern eindringen.

Schritt 3: Einsatz von Färbemittel und möglichen Zusatzstoffen in der Waschmaschine

In Drogerien gibt es ein grosses Sortiment an Färbemitteln. Darüber hinaus sind Natur-Färbemittel bzw. ökologisch erzeugte Textilfarben im Handel oder Onlinehandel erhältlich. Bei der Auswahl des passenden Färbemittels ist grundsätzlich darauf zu achten, ob es auf Anwendungen in der Waschmaschine abgestimmt ist. Vor allem bei ökologischen Färbemitteln aus reinen Naturfarbmitteln lassen sich nicht immer Produkte für den Einsatz in der Waschmaschine kaufen.

Die Farbstoffe sind oftmals nur für bestimmte Fasern geeignet. Baumwolle, Viskose, Leinen oder Mischgewebe lassen sich mit gängigen Textilfarben einfärben. Bei empfindlicheren Fasern wie Seide und Wolle gibt es spezielle Färbemittel mit einer besonders faserschonenden Wirkung. Aus diesem Grund sollten nur Kleidungsstücke zusammen eingefärbt werden, die aus ähnlichen Textilfasern bestehen.

Da die inhaltliche Zusammensetzung der Textilfarben variiert, müssen Produktangaben genau gelesen werden. Manche Färbemittel enthalten Färbesalz. Andere verlangen vom Käufer, das Färbesalz zusätzlich zu beschaffen. Wer in diesem Fall kein Färbesalz verwenden möchte, kann alternativ auch gewöhnliches Speisesalz einsetzen. Beim Färben von Woll- und Seidentextilien ist ausserdem die Zugabe von Essig wichtig. Er wird direkt mit der Wäsche in die Waschtrommel gegeben. Der Richtwert liegt bei 750 ml pro Waschgang.
Das Gewicht der trockenen Wäsche gibt nun den Richtwert vor, wie viel Textilfarbe für die Waschladung benötigt wird. Je mehr Einzelteile gemeinsam umgefärbt werden, umso weniger farbintensiv fällt das Ergebnis aus.

Hier noch einmal die wichtigsten Tipps:

  • Das Färbemittel muss auf die Textilfasern der Kleidung und für die Verwendung in Waschmaschinen abgestimmt sein.
  • Die Menge der Textilfarbe richtet sich nach dem Gewicht der trockenen Wäsche.
  • Die Kleidung muss sauber und fleckenfrei sein.
  • Wäsche sollte kurz vor dem Färben angefeuchtet werden, um das Ergebnis zu verbessern.
  • Beachten, ob die Textilfarbe Färbesalz enthält oder ob extra hinzugefügt werden muss.
  • Wolle und Seide erfordern Essig als Zusatzstoff in der Waschtrommel.

Schritt 4: So funktioniert das Färben in Waschmaschinen

Um in der Waschmaschine die Kleidung zu färben, ist der Schonwaschgang die richtige Programmwahl. Die Waschtemperatur richtet sich zum einen nach den Produkthinweisen der gewählten Textilfarbe. Zum anderen sind die Pflegehinweise der Kleidung zu beachten. Beispiel: Ein Kleid aus Seide darf nur bei maximal 30 °C gewaschen werden. Das Färbemittel erlaubt einen Waschgang bis 40 °C. Dann sollte hier die niedrigere Temperatur gewählt werden.

Das Färbemittel wird entsprechend der Gebrauchsanleitung in die Waschmaschine eingefüllt. Kurzprogramme eignen sich nicht für das Färben. Die Einwirkungszeit ist meistens zu gering für ein optimales Farbergebnis. Falls die Farbkraft nicht überzeugt: Färbevorgang einfach wiederholen. Idealerweise sorgt das Farbergebnis für Zufriedenheit. Dann wird die Kleidung anschliessend bei maximal 40 °C mit dem Feinwaschprogramm noch einmal gründlich gewaschen und anschliessend im Wäschetrockner getrocknet.

Kleidung in der Waschmaschine bleichen

Das Bleichen sorgt dafür, dass weisse Kleidung wieder frisch und hell erstrahlt. Kleidung kann aus vielen Gründen ihr ursprünglich leuchtendes Weiss einbüssen. Das geschieht beispielsweise, wenn helle Kleidung versehentlich gemeinsam mit Buntwäsche in der Waschmaschine gewaschen wird. Sie erhält dadurch einen Grauschleier oder weist Verfärbungen auf. Grauschleier können ebenfalls entstehen, wenn Buntwaschmittel statt Weisswaschmittel für weisse Kleidung eingesetzt wird. Manche Bleichmittel eignen sich sogar zum kompletten Entfärben der Wäsche.
Es gibt generell zwei Arten von Bleichmitteln – die natürlichen Hausmittel sowie chemische Bleichstoffe. Welche Wahl die richtige ist, hängt neben gesundheitlichen Erwägungen vor allem von den Textilien ab.
Das Bleichen in Waschmaschinen folgt einem ähnlichen Schema wie das Färben. Zuerst einmal ist die Kleidung zu begutachten. Die Art der Textilien sowie ihrer Verfärbungen entscheiden über die Wahl des Bleichmittels sowie die Bleichtechnik. Erst dann sollte das Bleichen erfolgen.

Die chemischen Bleichmittel

Zu den natürlichen Bleichstoffen gehören Zitrone, Natron, weisser Essig und Milch. Zitronensaft eignet sich hervorragend als Fleckentferner. Natron entfernt Schmutz aus der Faser und löst Grauschleier auf. Milch ist ein Weissmacher. Sie reinigt nicht, ist aber ein natürlicher optischer Aufheller  ̶  und besonders für empfindliche Textilien geeignet. Weisser Essig ist ein Allrounder in der Weisswäschepflege. Er entfernt Schmutz und Flecken aus der Kleidung und hat die gleichen Wirkungen wie ein Weichspüler.

Schritt 1: Die Kleidung vor dem Bleichen begutachten

Welches Bleichmittel optimal ist, hängt von den Textilfasern und dem zu erzielenden Effekt ab. Soll farbige Wäsche entfärbt werden, ist Chlor ideal. Das gilt allerdings nur für robuste Naturtextilien wie Baumwolle. Handelt es sich um synthetische Textilien, befinden sich Metallknöpfe oder Applikationen an der Kleidung, scheidet Chlor von Vornherein aus. Geht es um das Entfernen von Flecken und Grauschleier, kommen fast alle Bleichmittel infrage. Wasserstoffperoxid kann vielseitig eingesetzt werden. Bei den natürlichen Hausmitteln sind Zitrone und Essig gute Fleckenentferner. Grauschleier verschwinden durch Essig oder Natron. Soll das Weiss soll nur aufgefrischt werden, ist Milch eine Alternative.

Schritt 2: Bleichmittel wählen

Wenn feststeht, welche Textilien aus welchen Gründen gebleicht werden sollen, kann das passende Bleichmittel gekauft werden – sofern es sich nicht sowieso schon im Haushalt befindet.

Chlor:
Robuste Kleidung aus Naturmaterial soll entfärbt oder weiss gebleicht werden. Bevorzugt: T-Shirts, Baumwollhosen mit Knöpfen und Reissverschluss aus Kunststoff.

Wasserstoffperoxid:
Kleidung inklusive synthetischer Kleidung soll gebleicht werden, Flecken müssen entfernt werden.

Zitrone:
Aus Kochwäsche sollen Flecken entfernt und die Kleidung dabei aufgehellt werden.

Natron:
Grauschleier und Schmutz soll aus jeder Art weisser Kleidung entfernt werden. Bei Flecken ist eine vorherige Behandlung mit Zitrone empfehlenswert.

Essig:
Schmutz, Flecken und Grauschleier müssen aus weisser Kleidung entfernt werden, die Kleidung soll sich danach weich anfühlen.

Milch:
Feine und empfindliche Textilien sollen optisch aufgehellt werden.

Schritt 3: Das Bleichen in der Waschmaschine

Das Bleichen mit Chlor wird direkt in der Waschmaschine ausgeführt. Wie viel Chlor in den Waschgang gehört, sollte der Produktanleitung entnommen werden. Die Waschtemperatur ist davon abhängig, wie heiss die Kleidung üblicherweise gewaschen werden kann. Nach dem Bleichen wird die Kleidung im Feinwaschgang nachgereinigt. So bleiben keine Chlorreste in den Fasern zurück. Bei der Verwendung von dreiprozentiger Wasserstoffperoxid-Konzentration gilt als Richtwert: pro Waschgang wird eine halbe Tasse dem Waschmittel beigefügt. Für den Bleichvorgang reicht ein normales Waschprogramm.

Fleckentfernung mit Zitrone gelingt so: Wasser mit Zitronenschalen in einem grossen Topf aufkochen. Anschliessend die Kleidung eine Stunde darin einweichen. Zum Schluss die Kleidung in die Waschmaschine geben und mit einem üblichen Waschprogramm reinigen. Bleichen mit Natron ist denkbar einfach: eine Tasse Natron mit dem Waschmittel vermischen und die Kleidung wie üblich in der Waschmaschine waschen. Ebenso einfach ist die Verwendung von Essig. Eine halbe bis volle Tasse Essig zum Waschmittel hinzufügen und das gewohnte Waschprogramm wählen. Milch als Bleichmittel erfordert mehr Arbeit: Einen grossen Topf mit handelsüblicher Kuhmilch füllen, Wäsche mehrere Stunden darin einweichen und anschliessend mit dem Spülprogramm der Waschmaschine kalt ausspülen.

Zu guter Letzt noch ein Tipp:
Wer robuste, dunkle Baumwollkleidung umfärben möchte, kann sie zunächst mit Chlor entfärben und ihr anschliessend mit einer Textilfarbe nach Wahl eine völlig neue Farbgebung verleihen.